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Wayna Warma Peru

Wayna Warma kümmert sich um Cuscos Straßenkinder und Kinder aus armen Verhätnissen

In den peruanischen Anden baut der Verein zusammen mit imgang und der Universität Innsbruck ein neues Bildungshaus als Zuflucht und Unterstützungsstelle für Kinder und Jugendliche

Modell

Modell

Verein Wayna Warma

Inmitten der peruanischen Anden findet sich die Inka Hauptstadt Cusco.
Als Weltkulturerbe Stätte anerkannt und als Tourismus Destination geschätzt, beherbergt die Stadt trotz allem unzählige Familien, welche in Armut leben und ihr Leben im ständigen Überlebenskampf bestreiten. Es sind insbesondere die Kinder, die besonderes Leid erfahren. Schon früh müssen sie Erwachsenenrollen übernehmen. Die älteren umsorgen ihre jüngeren Geschwister und tragen durch harte Arbeit oder entwürdigende Bettelei zum spärlichen Familieneinkommen bei, und verzichten im Zuge dessen auf ihr Recht auf Bildung.


Maria Elena Camacho ist seit Jahren als staatlich beauftragte Sozialarbeiterin tätig, und kennt die Not in der viele peruanische Familien in Cusco leben. Der Staat steht dem oft ohnmächtig entgegen, fehlen doch Mittel um der Situation sinnvoll zu entgegnen. Maria Elena ergriff Mitte der 1990er Jahre die Initiative und gründete mit ihrem Ehemann Mario den karitativen Verein Wayna Warma.
Der Verein betreut Kinder und Jugendliche abwechselnd vormittags und nachmittags und bietet derzeit 25 Kindern Zuflucht und Raum zum Kräfte sammeln.


Im Stadtteil Belen befindet sich Wayna Warmas derzeitiger Standort, ein kleiner Raum der offen steht für Spiel und Tanz, Lernen und Lesen, Malen und Musizieren.
Die kleinen Erwachsenen die hierher kommen um Auszeit zu erfahren, dürfen Kind sein, und für ein paar Stunden finden sie hier Menschen, die zuhören und vermitteln und sie für einen Augenblick von ihren Verantwortungen lösen.
Wayna Warma hat sich ebenso als Arbeitsschwerpunkt gesetzt Eltern – in vielen Fällen Mütter – in schwierigen Situationen zu unterstützen und praktische Hilfestellung in behördlichen Auseinandersetzungen zu bieten.

Projekt Bildungshaus

Zweifelsohne wertvoll, erfüllt der kleine Belener Raum die Ambitionen des Vereins nur minimal. Zu groß ist der Bedarf an Platz, als dass der Raum ihn decken könnte. Maria Elena und Mario Camacho haben Hoffnung und streben mit ihrem Unterfangen Hilfestellung in größerem Ausmaß an.
Durch ein zur Verfügung gestelltes Grundstück, ist nun der Wunsch ein Bildungshaus für den Verein zu errichten in greifbare Nähe gerückt.
Das Grundstück liegt inmitten der Bevölkerung die Hilfe sucht, blickt durch seine Hanglage auf die Stadt und ist durch den Standort an der Peripherie nicht nur für Stadtkinder, sondern auch für solche aus dem unmittelbaren Umland ein Ziel.


Anfang 2012 nahmen imgang in ihrer Rolle als universitätsnahes Unternehmen das Projekt als pro bono Kollaboration mit der Universität Innsbruck auf, und entwickelten in Absprache mit den vereinsverantwortlichen Bauherren als Ausgangspunkt ein vernünftiges Raumprogramm.
Dieses und das sich daraus ergebende architektonische Konzept spiegeln direkte Wünsche und Anforderungen der Betreiber wider.
Beschränkungen der Bauplatzgröße und das Konzept selbst führten zur Entscheidung drei funktional aufgeteilte Raumgruppen zu erstellen und diese in drei Baukörpern unterzubringen:
Gemeinschaftsbereich, Lernbereich, Administrationsbereich.
Im Inneren nicht weiter unterteilt, entstehen drei großzügige Räume die den geringen Platz bestmöglich ausschöpfen und bedarfsbedingt nutzbar machen. Raummöbel übernehmen notwendige Zonierungen und bieten Stauraum, Küchenfunktion und Schlafkojen an.
Die Offenheit der Räume ermutigt Kinder und Jugendliche aufeinander einzugehen und Zusammenhalt zu lernen.

Die drei Bauvolumina unterliegen einer systemübergreifenden Fluchten- und Außenwandausrichtungen, und bilden in ihrem beinahe skulptural anmutenden Zuschnitt eine konzeptionelle Einheit. Die Außenräume differenzieren sich durch die Varianz an Flächen, Winkeln, und Größen, und schaffen sowohl intime und gesellige Zonen.
Der Innenhof stellt das Zentrum und die Verknüpfung der drei Funktionsbereiche der Baukörper dar.
Auch hier, im typisch peruanisch anmutenden Hof, kann gespielt und gearbeitet werden.
Die Fassade ist zur Straße hin abgeschrägt und markiert eine angemessen einladende Zugangssitation zum Bildungshaus.

Material Lehm

Material Lehm

Grundrisse

Grundrisse

Baumaterial Lehm

Cusco liegt in einer lehmhaltigen Landschaft und das Material hat als Baustoff in den Anden eine lange Tradition. Moderne Baumaterialien wie Stahl, Beton und gebrannte Tonziegel bewirken einen starken Rückgang an Lehmbauten.
Das Bildungshaus soll dem alten Material zu neuem Respekt verhelfen und die oftmalige Stigmatisierung als Baurohstoff der Armen entgegenwirken. Moderne Architektur wird hier als Werkzeug zur Aufwertung des Ansehens verstanden.

Lehm ist ein Naturbaustoff aus Ton und Sand und kommt weltweit in  verschiedenen Zusammensetzungen vor.  Sand- und Tonanteil ist wie die Tonart entscheidend für die Baueigenschaften des Lehms.
Lehmböden weisen eine weite Bandbreite an Erdfarben auf, welche von weiß über beige, gelb bis hin zu ocker und braun, graublau und rot reichen. In feuchtem Zustand ist Lehm ein bildsamer Baustoff, der durch Lufttrocknung hart und  tragfähig wird.
So  unterschiedlich wie lokale Lehmvorkommen sind, so verschieden sind auch entsprechende Lehmbautechniken, und das Projekt in Peru wird als Stampflehmkonstruktion ausgeführt.

Der Lehmbaukünstler Martin Rauch ist in dieser Mission mittlerweile in verschiedenen Bauprojekten weltweit als Vorreiter bekannt, und wird beim Projekt Wayna Warma die kritische Rolle des Beraters und Lehrmeister des örtlichen Bauteams übernehmen.
Die in Cusco zum Einsatz kommende Stampflehmtechnik ist in Martin Rauchs Lehmbauwerkstatt lehmtonerde in langjähriger Erfahrung perfektioniert. Seine Mitarbeiter sind nicht nur in der Ausführung der Technik versiert, sie geben ihr Wissen ebenso gekonnt an Projektpartner weiter und schulen diese ein.
Im Zuge des Projektes Wayna Warma setzten sich imgang mit teilnehmenden Studenten der Universität in einem intensiven Workshop vor Ort mit Materialien und der Stampflehmtechnik auseinander. Die ausführenden Studenten vertieften ihr Wissen als Mitarbeiter der Werkstatt weiter und werden bei der Umsetzung des Projektes vor Ort in Cusco das Unterfangen leiten.

Grundstück am Hang

Grundstück am Hang

Bestandsabbruch

Bestandsabbruch

Materialwiederverwendung

Materialwiederverwendung

Visualisierung

Visualisierung

Visualisierung Innenraum

Visualisierung Innenraum

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