Hofgartencafé Innsbruck

Hofgartencafé Innsbruck, Tirol Wettbewerb

Wie unterscheiden wir zwischen einem Kulturraum und einem Naturraum – zwischen Natur und Kultur? Lässt sich hier eine Grenze ziehen?
In seinem Buch “Vogelflüge – Essays zu Natur und Kultur“ schwärmt Vilém Flusser von einer Straße, dem Ofenpass. Die anmutige Wegführung, welche die Ingenieure gewählt haben, fügt sich ganz selbstverständlich in die Topografie der Bergwelt ein. Schon zu Zeiten der Römer wurde diese Straße zum Überqueren des Passes verwendet und baut auf noch älteren Pfaden auf, die bereits von Wildtieren angelegt wurden – eine Straße als ganzheitlicher Kulturbau. Wie lässt sich hier nun eine Grenze zwischen Natur und Kultur ziehen?
Die Grenzen sind verschwommen und nicht klar definiert. Eine Abgrenzung zwischen Natur und Kultur fehlt und genau aus diesem Fehlen entsteht eine Anmut und Schönheit dieser Straße. Dieses Fehlen von Grenzen zwischen Kultur- und Naturraum ist wesentliches Prinzip unseres Entwurfes für den Neubau des Hofgartencafés. Formen entstehen aus der Umgebung, sind gleichzeitig eigenständig und bewusst geprägt.

Eine Krone für den Hofgarten

Durch das Setzen des langgezogenen Baukörpers in Ost-West Richtung entstehen zwei differenzierte Längsfassaden. Die Orangerieartige Südfassade mit dem vorgelagerten Gastgarten, sowie die nahe an den Baumbestand herangerückte Nordfassade. Der Naturraum durchdringt das Gebäude – die Grenze zwischen Innen und Außen verschwimmt und wird unscharf. Der Gastraum wird in verschiedene Bereiche gegliedert und differenziert. Ein offener Saal, sowie intime und kommunikative Zonen verschiedener Abstufungen entstehen. Der zentral gelegene Barbereich ist verbindendes Element und ermöglicht flexible Betriebszustände.
Adresse

Innsbruck, Österreich

Bauherrschaft

Burghauptmannschaft Österreich

Daten

Wettbewerb
Maßnahme: Neubau
Funktion: Café
Ausschreibung: 2022